Picknick in Persien
   
  Fotos von Beate Passow
 
 

Der Iran ist derzeit eines der krisenreichsten Länder der Erde. Vom Krieg bedroht, ökonomisch isoliert und vom Tourismus gemieden, leben die Menschen nach ihren eigenen Traditionen. Sie entspannen sich im Freien und gehen einer ihrer beliebtesten Freizeitvergnügungen nach, dem Picknick.
Beate Passow unternahm im September 2012 eine Reise durch Persien, um Menschen beim Picknick zu fotografieren. Die so entstandenen Fotos sind nicht inszeniert. Allen, denen sie begegnete, waren wohlwollend und bereit, sich abbilden zu lassen. So entstand durch den direkten Kontakt der Künstlerin zu den Menschen ein Bild des Landes, das unseren Vorstellungen widerspricht.
Beate Passow hat aber nicht nur traditionelle Familien fotografiert, sondern auch junge mutige Frauen, deren äußere Aufmachung die Kleidervorschriften des Landes weitgehend missachtet. Zwischen ihnen und Frauen in westlicher Kleidung gibt es kaum noch Unterschiede. Sie tragen Sandalen, ein Tabu in Persien, und rauchen Zigaretten in der Öffentlichkeit. Sie sind geschminkt, zeigen ihre gefärbten Haare unter dem locker gebundenen Kopftuch und
lächeln in die Kamera. Auffallend oft sieht man nach dem Vorbild „Michael Jackson“ frisch operierte Nasen. So picknickt eine junge Frau mit frischer Nase mit ihrer Familie direkt neben dem Auto. Aber es gibt auch junge unverheiratete Paare, die gemeinsam Wasserpfeife rauchen oder traditionell gekleidete Frauen im Schador, die sich mit Freundinnen im Park treffen.
Lastwagenfahrer, die neben ihrem Truck auf der Autobahn bei Melone und Wasserpfeife pausieren,Familien, die ihr Picknick auf dem Gehweg am ausgetrockneten Flussbett in Isfahan zu sich nehmen.
Die Fotos von Beate Passow zeigen ein vielfältiges und durchaus heiteres Bild einer Gesellschaft, die ihrem traditionellem Freizeitverhalten trotz Bedrohung und Unterdrückung lustvoll weiter nachgeht.